
Die Geschichte von Kodersdorf und seinen Ortsteilen beginnt mit Rengersdorf, das einem Vorgebirgsdorf ähnelt. Urkundlich heißt es im Jahre 1346 schon Rengersdorf, auch Renigidorf, und hat wohl seinen Namen von seiner Lage am Flusse. Es dürfte darum Flußdorf bedeuten. Aus der Zeit der Gründung des Dorfes liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Urkundlich wird schon im ersten Görlitzer Stadtbuch der Ort "Rengersdorph" erwähnt. Die Inschrift einer Glocke der Kirche weist die Jahreszahl 1195 auf, die die Vermutung gründet, daß die Kirche in diesem Jahr gebaut worden ist. 1671 wurde die erste Orgel eingebaut. Die jetzige stammt aus dem Jahr 1868 (Fa. Remler, Berlin). Rengersdorf gehört zu den Siedlungsdörfern, die im Zuge der Germanisierung und Christianisierung des Ortes entstanden. Der Orts- und Flurform nach ist Rengersdorf ein Waldhufendorf mit Gutsblöcken. Nach Überlieferungen wurde Kodersdorf im 13. Jahrhundert durch eingewanderte deutsche Ansiedler gegründet. Der Ortsname "Kasimir" ist abgeleitet worden; 1402 erwähnt als "Kosmirsdorf", 1421 als "Kozmarsdorf", und seit 1572 gilt die heutige Schreibweise "Kodersdorf". Die Geschichte des Ortes und seiner Ortsteile ist durch fortwährenden Wechsel der Besitzer der Rittergüter gekennzeichnet. Solche Rittergüter bzw. deren Reste sind heute noch in Kodersdorf, Ober-Rengersdorf, Särichen und Wiesa zu sehen. Aufgrund ihrer Historie, ihrer Architektur oder auch ihrer Anlage als Vierseit- und Dreiseithöfe, sind viele Gebäude als denkmalschutzwürdig eingestuft. Das neue Schloß in Ober-Rengersdorf wurde erst 1900 erbaut. Die Eingemeindung von Wiesa 1973 und Särichen 1994 prägte die heutige Gestalt der Gemeinde. Die Ortsteile des heutigen Kodersdorf werden um 1400 erstmalig erwähnt.
Der Ortsteil Wiesa, 1488 genannt Wysse, ein freundliches Dörfchen mit vornehmen Herrensitz erreicht man von Rengersdorf aus in südlicher Richtung über den Heideberg hinweg am Fuße der Königshainer Berge. Die Ersterwähnung von Wiesa datiert im Ortsnamenbuch der Oberlausitz aus dem Jahre 1398. Am Dorfweg, nahe dem Dorfteich, steht das aus einzelnen Steinen zu einer Säule vereinigte Heldendenkmal.
Nördlich von Kodersdorf, an der Straße nach Horka, liegt Särichen. Im Jahre 1389 wurde Särichen erstmals urkundlich erwähnt. Weitere Namen sind 1408 Serechow und 1470 Särche. Das Vorwerk und die wenigen Häuser von Torga (ebenfalls nicht mehr amtlich genannt) liegen südlich von Rengersdorf im Schöpstal am Fuße des Limasberges. Frühere Ortsbezeichnungen waren zum Beispiel: 1408 "Torgaw", 1519 "Torge", 1580 "Torga" und 1936 bis 1947 "kleeberg". 1536 und 1777 gehörte Torga zum Rittergut Ober-Rengersdorf sowie 1777 auch zum Görlitzer Kreis.
In nordöstlicher Richtung befindet sich Kodersdorf-Bahnhof. Es entstand unter dem Namen "Kolonie" an der umfangreichen Anlage der Dannenbergschen Dachfalz- und Schamottefabrik im Jahre 1809 durch den Bau von Arbeiter- und Beamtenhäusern des Fabrikbesitzers. Auf der Ostseite der Bahnstrecke Görlitz-Berlin liegt die Fabrik, und es grenzen größere Waldflächen an. 1938 gingen die Dörfer Ober- und Nieder-Rengersdorf und Torga in die Großgemeinde Kodersdorf auf.
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