Geschichte der Gemeinde Horka

Über die früheste Besiedlung lassen sich nur Vermutungen äußern. Umso wichtiger sind die ersten zuverlässigen Quellen aus dem 14. Jahrhundert. Historiker gehen davon aus, daß Horka im Zuge der deutschen Besiedlung um oder kurz vor 1200 gegründet worden ist. Die Siedler waren Christen und sie erbauten mit der Anlage des Dorfes ihre Kirche. Die Siedlungsform wird als Waldhufendorf (Einheit von Dorf- und Fluranlage) und Straßendorf bezeichnet.

Der Name Horka stammt von dem altslawischen Wort "gora" bzw. der wendischen Bezeichnung "hora" und bedeutet "auf der Höhe" oder "auf dem Hügel". Daraus ist abzuleiten, daß die ältesten Ansiedlungen um den Kirchberg erfolgten. Spätere Siedler legten ihre Gehöfe entlang des Weißen Schöpses an. In den Görlitzer Ratsakten aus dem 14. Jahrhundert finden sich erste Aussagen über Horka und seine Bürger. Das erste Stadtbuch von Görlitz gibt erstmals 1305 Auskunft über "von der Horka". Weitere Ortsbezeichnungen sind "Horckaw", "Horg", "zur Horka" und "Hurke". 1936, zur Zeit des Nationalismus erfolgte die Umbenennung des Ortes in "Wehrkirch". Ab 1949 ist wieder der Name Horka verbindlich.
Bis ins 16. Jahrhundert wird die stets enge Beziehung zur Stadt Görlitz deutlich. Nachdem Görlitz durch den Schmalkaldischen Krieg (1547) viele Beziehungen und Privilegien, so auch die Gerichtsbarkeit, verloren hatte, erhielten die Gutsherren das Vorrecht, über ihre Untertanen Recht zu sprechen. Vermutlich erfolgte in dieser Zeit die Aufteilung des Dorfes in fünf Ortsteile: Ober-Horka/Mückenhainer Anteil, Ober-Horka, Mittel-Horka und Nieder-Horka. Versammlungsort war der Gerichtskretscham. Hier verkündeten die Richter oder der Schulze (Gemeindevorsteher) Anordnungen und Gesetze des Landesherren. Mit Wirkung vom 30. September 1928 kam es zur Auflösung der vier Horkaer Gutsbezirke und seit April 1929 besteht die Landgemeinde Horka im Rothenburger Kreis. 
Das bekannteste und historisch wertvollste Baudenkmal der Gemeinde Horka ist die Kirche mit ihrer Wehrmauer. Sie war eine Parochialkirche mit eigener Pfarrei und alle Horkaer Gemeinden und Mückenhain waren ihr zugeordnet. Bis zur Reformation gehörte die Kirche zum Bistum Meißen. Die katholische Kirche beeinflußte das Denken der Bauern, das jedoch starken Widerhall fand. In Horka ist der Übertritt zur evangelischen Kirche zwischen 1530 und 1540 vollzogen worden. Die Wehrmauer, die die Kirche und den alten Friedhof umgibt, besteht überwiegend aus Feldsteinen und Granitfindlingen, ist ungefähr 800-900 Jahre alt, ca. 18-20 Fuß (Fuß=0,3m) hoch und hat eine Mauerstärke von ca. 5 Fuß. Zur Zeit der Hussitenkriege wurde sie um etwa 5 bis 6 Fuß erhöht und zur besseren Verteidigung mit vielen Zinnen versehen. Der Innenhof der Wehranlage war eine sichere Zufluchtsstätte für die Bürger. Seit 1668 ertönt Orgelspiel in der Horkaer Kirche. 1825-1830 wurde die noch heute benutzte Orgel eingebaut. Von den Mühlen, der vergangenen Jahrhunderte in Horka ist nur noch eine, die gegenüber der Wehrkirche liegende Wassermühle, erhalten geblieben und zählte zu den ältesten in der Gegend.
Das ehemalige Schloß in Mittel-Horka zählt ebenfalls zu den bemerkenswerten historischen Gebäuden und ist das Einzigste, welches den 2. Weltkrieg überstand. Dieses Gutsschloß auch "Herrenschloß" genannt, ist erst 1908 durch den Rittergutsbesitzer Martin Harnisch im Jugendstil erbaut worden, heute hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz darin. Die ehemaligen Schlösser in Nieder- und Ober-Horka, an die heute nur noch Fotos und Postkarten erinnern, sind durch die schweren Beschädigungen des Krieges später abgerissen worden. Die Haupttransportmittel waren seit dem Mittelalter die von Pferden, Kühen oder Ochsen gezogenen Fuhrwerke. Eine entscheidene Veränderung für das Verkehrswesen war die Inbetriebnahme der Bahnlinien Berlin-Görlitz 1867 und Falkenberg-Elsterwerda-Kohlfurt im Jahre 1871. 1874 wurde der Fahrverkehr Horka aufgenommen und die erste Bahnstation, später ein wichtiger Umsteigebahnhof, errichtet. Die Hauptgemeinde Horka besteht aus Oberhorka, Mittelhorka und Niederhorka, die heute baulich zusammen gewachsen sind. Damit ist Horka eines der längsten Dörfer des ab dem ersten August 1994 neu bestehenden Niederschlesischen Oberlausitzkreises (NOL).

Der Ort Biehain ist im Jahre 1412 erstmals urkundlich erwähnt worden und verwaltete sich eigenständig. Im März 1994 wurde Biehain in die 3 km entfernte Gemeinde Horka eingemeindet und wird durch diese in allen Angelegenheiten verwaltet.
Mückenhain, ein kleines Dorf verdankt seinen Namen dieser sehr mückenreichen Gegend. 1327 wird es erstmalig als "Muckinhain" und 1404 als "Mückenhain" urkundlich erwähnt. 1585 wurde der Ort durch eine schlimme Feuerbrunst fast völlig vernichtet und über viele Jahre wieder aufgebaut, so daß später auch Gebiete von Ober-Horka zu Mückenhain zählten. Seit März 1994 gehört Mückenhain zur Gemeinde Horka und wird durch diese auch verwaltet.

Hier gehts zu Natur Horka
Hier gehts zu Sehenswürdigkeiten Horka 
European Energy Award Logo
Kodersdorf aus Vogelperspektive
Brücke über den Weißen Schöps
Nebenfluss des Weißen Schöps