Ortsteil Biehain

Geschichte des Ortes

Flurnamen lassen darauf schließen, dass das Gassengruppendorf auf Anhöhen einer Sumpflandschaft durch deutsche Siedler angelegt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung fand Biehain 1412 in einer Görlitzer Ratsrechnung.
Das Rittergut ist für das Jahr 1601 belegt, als Joachim von Gersdorff einen Teil dessen an seinen Bruder verkaufte.
Die Schule, zu deren Schulgemeinde bis 1912 auch Kaltwasser gehörte, bekam 1720 ein neues Gebäude.
Ursprünglich nach Rothenburg/O.L. eingepfarrt, wurde Biehain erst nach der Reformation nach Horka umgepfarrt. Seit 1831 hat das Dorf einen eigenen Friedhof.
Etwa zwischen 1880 und 1900 wurde Ton abgebaut. Aus den Restlöchern entstanden einige Seen, beispielsweise der Waldsee Biehain.
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden sumpfige Flächen trockengelegt, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Zudem wurde die Fischzucht in den Teichen ausgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die 130-jährige Periode preußischer Verwaltung und der nordöstliche Teil der Oberlausitz westlich der Lausitzer Neiße kam wieder zurück an Sachsen. Nach der Auflösung der Länder wurde Biehain dem Kreis Niesky (Bezirk Dresden) zugeordnet.
Das enteignete Rittergut wurde in der Bodenreform in den Nachkriegsjahren zum Teil auf Flüchtlinge und Vertriebene aus Schlesien übereignet. Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) vom Typ I, seit 1956 vom Typ III, schloss sich 1969 der Horkaer LPG an. Die Teiche wurden von der Binnenfischerei Kreba bewirtschaftet.
Die Kleinbahn Horka–Rothenburg–Priebus, seit dem Kriegsende nur noch bis Steinbach betrieben, stellte 1959 ihren Betrieb ein.
Im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreform wurden zum 1. März 1994 die Gemeinden Biehain und Mückenhain nach Horka eingegliedert.


Namensherkunft

Der wenig gebräuchliche sorbische Ortsname Behany ist eine direkte Ableitung aus dem deutschen Namen der bereits 1412 als Behain überliefert ist.
Ein Namensursprung als Ableitung eines Personennamens – wahrscheinlich des Lokators der ortsgründenden deutschen Siedler – ist möglich, eine Begriffsableitung von ‘Bienenwald, Bienenhain’ ist hingegen unwahrscheinlich.

Biehainer Seen
Kindertagesstätte Biehain
Feuerwehrgebäuder der FFW Biehain