Geschichte des Ortes
Archäologische Ausgrabungen eines Gräberfeldes auf dem Sachsenberg belegen eine Siedlungstätigkeit in der Gemarkung während der Bronze- sowie der Eisenzeit.
Urkundlich wird Särichen erstmals 1389 erwähnt. Der 1408 erwähnte Heinrich Schaff von Serichin ist der erste bekannte Grundherr des Dorfes. Eingepfarrt ist das Dorf nach Rengersdorf.
Im Jahr 1428 stand Kaspar von Gersdorff auf Särichen während der Hussitenkriege im Bund mit der Stadt Görlitz.
1771 wurde ein Gemeindehaus gebaut, in dem auch eine Schulstube und die Lehrerwohnung untergebracht wurde.
Als Folge der Befreiungskriege musste das Königreich Sachsen 1815 nach dem Wiener Kongress einen Großteil seiner Landesfläche abtreten. Dadurch kam Särchen an die preußische Provinz Schlesien und wurde 1816 dem neu gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) eingegliedert.
Waren noch bis zur Reichsgründung 1871 die Häuser, teilweise gar ganze Gehöfte, mehrheitlich aus Lehmfachwerk und mit Stroh gedeckt, so änderte sich das Ortsbild in den folgenden Jahrzehnten merklich. Der Bau der Ziegelei in Kodersdorf im Jahr 1880, die auch Särichener Arbeitern Beschäftigung bot, sowie der Bau der Straße von Kodersdorf durch Särichen nach Horka in den Jahren 1891/1892 führten zum Bau mehrerer massiver Häuser, durch die nicht nur das Dorf vergrößert wurde, sondern auch ein Wandel des Dorfbildes eingeleitet wurde. 1899 wurde schließlich ein neues Schulhaus erbaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die westlich der Lausitzer Neiße gelegenen Anteile Schlesiens wieder sächsisch und Särichen 1952 dem Kreis Niesky zugeordnet. Ebenfalls nach Kriegsende wurde das Rittergut enteignet und im Rahmen der Bodenreform neu verteilt. Bis in die Wendezeit war die Bevölkerung überwiegend in der Landwirtschaft tätig.
Im Rahmen der sächsischen Gemeindegebietsreformen wurde Särichen am 1. Januar 1994 der Gemeinde Kodersdorf angeschlossen.
Namensherkunft
Der Ortsname entwickelte sich von Serichin (1408) über Serichen (1479), Zcerchin (1545) und Särchen (1791) hin zum heutigen Särichen. Zu den weiteren Belegen, insbesondere den frühen, weisen Ernst Eichler und Hans Walther darauf hin, dass diese schwer von denen für Sercha bei Penzig (heute Zarka nad Nysa) zu trennen sind. Der sorbische Ortsname ist urkundlich 1767 in Christian Knauthes Derer Oberlausitzer Sorbenwenden umständliche Kirchengeschichte als Zarki und 1894 bei Muka als Zdzarki belegt.
Der Name leitet sich, ähnlich wie bei Groß Särchen (obersorbisch Wulke Ždzary), Särchen (Zdzar) sowie den relativ nahe gelegenen polnischen Orten Zarki Wielkie (Groß Särchen), Zarki Male (Klein Särchen) und Zarka nad Nysa (Sercha), vom altsorbischen žd´ar, žar ‘Brand’ ab. Es ist anzunehmen, dass die Flur durch Brandrodung eines Waldstücks zur Besiedlung erschlossen wurde.
